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Siegburg - Die Siegburger LEUNIG GmbH hat das
Einsatzumfeld ihrer "NeoClock"-Funkuhren
von Windows- und Novell-Umgebungen auf Linux- und
Unix-Systeme ausgeweitet. Die dazu notwendige Produktanpassung
an NTP (Network Time Protocol) wurde von der Einbecker
Linum Software GmbH vorgenommen, die die neuen, "NeoClock4X"
genannten Synchronisationssysteme auch exklusiv vertreiben
und supporten wird. NeoClock bzw. NeoClock4X stellt
automatisch Rechner und ganze Rechnernetzwerke auf
die gesetzliche Uhrzeit ein.
Firmenchef Peter H. Leunig kommentiert: "Die
Tatsache, dass ein so renommiertes Haus wie Linum
Software den eigenen Namen mit unserem Produkt NeoClock
verknüpft, spricht für sich. Mit Linum haben
wir einen Partner der Spitzenklasse gewonnen."
Konkret nennt Linum-Geschäftsführer Claas
Hilbrecht das Motiv, warum Linum Software sich für
NeoClock entschied: "Auf Grund der Zuverlässigkeit
der Neoclock-Hardware sahen wir die Möglichkeit,
etwas in der Linux-Unix-Welt Einmaliges zu realisieren:
Eine Funkuhr und die dazu gehörige Software aus
einer Hand anzubieten - Support inklusive."
Mit der Anpassung an NTP - unter anderem durch Änderungen
an der NeoClock-Firmware in Richtung NTP-Treiber -
sowie durch die Adaption von NTP an NeoClock hat Linum
die Voraussetzungen geschaffen, damit NeoClock4X auf
Linux- bzw. Unix-Releases eingestellt werden kann.
Um NeoClock4X in einer bestimmten Linux- bzw. Unix-Systemumgebung
einsetzen zu können, ist es erforderlich, dass
der für das jeweils genutzte Betriebssystem-Release
geeignete Linux- bzw. Unix-Treiber zur Verfügung
steht. Diese Treiber stellt Linum Software teils vorgefertigt
(in Form fertig kompilierter Binaries beispielsweise
für SuSE-Linux 8.0) bereit, teils übernimmt
der Kunde die Kompilierung selbst. Bei Bedarf kann
der Kunde auf den Linum-Support zurückgreifen
- etwa indem er Linum via SSH den Remote-Zugriff auf
seinen Server einräumt.
NeoClock4X erschließt dem Linux/Unix-Anwender
die ganze Vielfalt der von NTP unterstützten
Zeitquellen und damit gleichzeitig eine nahezu beliebig
steigerungsfähige Präzision und Zuverlässigkeit
der systemweit einheitlich geltenden Zeit. Denn NTP
hat die Fähigkeit, die von diversen Zeitgebern
- Langwellensendern wie DCF77 und TDF (Télé
Distribution Francaise), dem GPS-System, aber etwa
auch Servern - gemachten aktuellen Zeitangaben qualitativ
zu gewichten und daraus eine "synthetische",
der tatsächlichen UTC-Zeit (Universal Time Coordinated)
nahe kommende Systemzeit zu errechnen. Diese Systemzeit
ist umso präziser, als der Anwender die aus der
Distanz zwischen (Zeit-)Sendern und Empfängern
erwachsenden Ungenauigkeiten (Laufzeiten) durch Feintrimmung
kompensieren kann.
Außerdem wirkt sich die Fähigkeit des
Auswertens mehrerer Zeitquellen dahingehend aus, dass
sich ein etwaiger Ausfall einer der benutzten Zeitquellen
kaum oder gar nicht störend bemerkbar macht.
Leunig wie auch Hilbrecht erwarten, dass sich viele
der NeoClock4X-Anwender der Kombination aus DCF77
und TDF bedienen werden, auch weil diese Kombination
den gesamten europäischen Raum abdeckt. DCF77
ist das Zeitsignal der Atomuhr der Physikalisch-Technischen
Bundesanstalt in Braunschweig; TDF ist das vom Sender
"France Inter" ausgestrahlte französische
Atom-Zeitsignal. Die Systemzeit, die NTP aus DCF77
und TDF herleitet, wird nach Angaben von Leunig die
UTC-Zeit um maximal zehn Millisekunden verfehlen.
(UTC, quasi der Nachfolger der Greenwich-Zeit, errechnet
sich aus den von naturwissenschaftlichen Instituten
in aller Welt angegebenen Atomzeiten.)
Zukünftig wird Linum Software die Aufnahme der
Sourcecodeanpassungen für die NeoClock4X in die
offiziellen NTP-Sourcen anstreben. Dadurch würden
neue Betriebssystemversionen etwa von AIX oder Solaris
frühzeitig unterstützt. Außerdem ist
damit zu rechnen, dass viele Betriebssysteme die NeoClock4X
"von Haus aus" unterstützen werden.
NeoClock4X-Anwendern stehen dann auch aktuelle Testversionen
von NTP mit neuen Features jederzeit zur Verfügung.
Das NTP der NeoClock arbeitet nach der NTP-Spezifikation
RFC-1305 (siehe www.ntp.org).
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Hintergrund
NeoClock gewährleistet zwar "nur"
eine einheitliche Systemzeit in einem Rechnernetzwerk;
doch ein Fehlen dieser Einheitlichkeit verursacht
in der Praxis immer wieder empfindliche Mehrkosten
bzw. Verluste, die im Extremfall die Existenz
eines Unternehmens gefährden können.
Fast zur Normalität in den Unternehmen gehören
die chronisch falsch gehenden Systemuhren, die
nicht nachgestellt werden, unter anderem weil
dies bei Netzwerken mit Hunderten oder Tausenden
von Rechnern ein aussichtsloses Unterfangen darstellt.
Auch gibt es Funkuhren, die sich trotz Atomzeit
um Minuten, Stunden oder Tage, ja Monate verstellen.
Ursache: Beim Senden einer Zeitangabe gehen leicht
einige Bits des Datenpakets verloren; und die
reichlich alten Übertragungsprotokolle, die
gerade mal über drei Parity-Bits verfügen,
verkraften das oft nicht. Sie lassen dann falsche
Zeiten durch, und der Server übernimmt sie
für mindestens eine Minute, nämlich
bis zum Eintreffen des nächsten Datenpakets
- und das kann erneut fehlerhaft sein. Diese Uhren
stellen daher eine ernsthafte Gefahr für
Unternehmen dar, die mit zeitkritischen Anwendungen
arbeiten. Und das sind so gut wie alle Unternehmen...
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