Allgemeine FAQs zu Parallelen Druckerkabeln

Was sind "bidirektionale" Kabel?

Druckerkabel nach der "IBM-Spezifikation" waren schon immer bidirektional. Billiganbieter lassen jedoch aus Kostengründen Signalleitungen weg, die bisher beim normalen Drucken nicht gebraucht wurden.

Was ist Bitronics?

Bitronics (auch Bi-Tronics) ist der Begriff, den Hewlett Packard für den sogenannten "Nibble-Mode" der IEEE 1284 verwendet. Beide Begriffe kennzeichnen eine Rückübertragung (vom Drucker zum Rechner) über vier Sonderleitungen. Es ist also eine 4-Bit-Übertragung.

Was ist dann EPP und ECP?

EPP und ECP sind zwei Protokolle, die im IEEE 1284 Standard definiert wurden. Sie dienen einer 8-Bit Hochgeschwindigkeits-Übertragung in beiden Richtungen. EPP wurde von Intel entwickelt, ECP von Hewlett Packard. Es gibt noch einen dritten 8-Bit Mode, den sog. PS/2 Mode (oder Byte Mode), der von der IBM eingeführt wurde, inzwischen aber kaum noch eine Rolle spielt.
Es gibt also in der IEEE 1284 Norm vier Modi:

  • Compatibility Mode (SPP, Standard Parallel Port), auch Centronics Mode genannt - 8-Bit zum Drucker, 4-Bit in der Gegenrichtung (Nibble-Mode)
  • Byte Mode (PS/2 Mode) - 8-Bit zum Drucker, 8-Bit in der Gegenrichtung
  • EPP-Mode (Enhanced Parallel Port) und ECP (Extended Capabilities Port) - 8-Bit zum Drucker, 8-Bit in der Gegenrichtung. Beide Protokolle sind geschwindigkeitsoptimiert. Sie sind nicht miteinander kompatibel.

Alle vier Modi werden heute von der Hardware jedes Rechners unterstützt. Bei der Software (Treiber) und bei den Druckern sieht es leider anders aus. Eine gute Übersicht über die IEEE1284 Modes gibt es bei Warp Nine. Deren CEO - Larry Stein - ist Chairman beim IEEE1284 Committee.

Welchen Mode verwende ich also am besten?

EPP und ECP waren eigentlich mehr für die Übertragung von Daten zu Festplatten, CD-Laufwerken, Streamer etc. gedacht. Das hat sich aus verschiedenen Gründen nicht recht durchgesetzt. Für das reine Drucken macht das meist keinen großen Unterschied. Viele PCs sind heute auf den klassischen Standard Mode voreingestellt, weil er die wenigsten Probleme macht. Sie tun gut daran, diesen Standard Mode so zu belassen. Schalten Sie auf keinen Fall auf den sog. PS/2-Mode um! Er bringt keinerlei Vorteile sondern nur Probleme bei Kabeln über 2-3 Metern Länge.

Was bedeutet EPP-Kabel oder ECP-Kabel?

Diese Kabelbezeichnungen gibt es offiziell nicht. EPP und ECP sind Protokolle. Sie haben mit dem Kabel nur indirekt zu tun. Gemeint sind hier "IEEE 1284 Kabel". Die offizielle Bezeichnung heißt: "IEEE Std 1284 Compliant ".

Was ist ein IEEE 1284 Kabel?

Die IEEE 1284 definiert ein Kabel, um die Mindestanforderungen für die neue Hochgeschwindigkeits-Übertragung über die Parallelschnittstelle zu gewährleisten. Außerdem sollten die Hotlines der Rechner- und Druckerhersteller von den Problemen entlastet werden, die durch minderwertige Kabel entstanden.
Erstmals wurde hier festgelegt, dass und wie ein Druckerkabel geschirmt sein muß. Weiterhin definiert die IEEE1284 ein Kabel mit 18 verdrillten Adern mit einer Impedanz von 62 Ohm. Man ging dabei davon aus, daß sich die Industrie auch an die sonstigen Empfehlungen des IEEE1284 Standards halten würde.
Es wurde auch eine Art "Gütesiegel" für IEEE 1284 Kabel mit einer Fülle von "Compliance Tests" angedacht. Dies ist jedoch im Sande verlaufen. Leider hat man es ebenso versäumt, Mindestanforderungen an die allgemeine Qualität (z.B. der Steckverbinder) festzulegen.

Wie lang darf ein IEEE1284 Kabel sein?

Der Vater des IEEE1284 Kabels (David Roach, Unisys) hat mir 1996 eine maximale Länge von 10 Metern vorgerechnet. (worst case nach den Spezifikationen der 1284). Dies gilt jedoch nur, wenn PC und Drucker den elektrischen Spezifikationen der IEEE1284 folgen (Level II Interface).

In der Praxis hat man jedoch heute rechnerseitig meist nur ein Level I Interface (wenn auch leicht verbessert). Andererseits sind die Geschwindigkeiten beim normalen Drucken im Standard Mode (Compatibility Mode) wesentlich geringer als damals angenommen. Die Rechnerhersteller befürchten Probleme und verzögern die Datenübertragung absichtlich. Dadurch verlängert sich die maximale Kabellänge wiederum. Ebenso spielen die Stecker eine Rolle: Die D-Sub-Stecker und CENTRONICS-Stecker des klassischen Druckerkabels (sog. "AB-Kabel") sind elektrisch dem "Typ C"-Stecker des sog. "CC-Kabels" unterlegen. Einige Mitglieder des IEEE 1284 Komitees sprechen von einer maximalen Länge von 2 Metern beim "AB-Kabel" und 10 Metern beim "CC-Kabel". Sie haben dabei jedoch immer noch die hohen Geschwindigkeiten des ECP im Hinterkopf, welches heute kaum noch genutzt wird. Auch hat sich das "CC"-Kabel nicht durchsetzen können und ist nur schwer erhältlich.

Facit: Mit einem durchschnittlich guten "AB"-Kabel "IEEE 1284 Std Compliant" dürften beim normalen Drucken über den SPP oder Compatibility Mode Längen bis 4 Meter kein Problem sein. Längen bis ca. 8 Meter werden in vielen Fällen noch funktionieren. Bei mehr als 8 Metern sollte man auf Leunig-Kabel vom Typ WC IBD zurückgreifen.

Wie schnell ist die Übertragung auf der IEEE 1284 Druckerschnittstelle?

Das hängt von Rechner, Drucker, Druckertreiber, BIOS-Einstellung, dem Druckerkabel und dessen Länge ab. Beim normalen Drucken mit einem Drucker der "Mittelklasse" im "SPP Mode" ( "IEEE 1284 Compatibility Mode") dürfte die Geschwindigkeit zwischen 80-120 KByte/sec liegen. Dies gilt für ein 2-3 Meter langes Kabel. Bei mehr als ca. 4 Meter Kabellänge reduziert sich die Geschwindigkeit durch die Verzögerung (Flankenabschwächung) der Signale mehr oder weniger drastisch. Das hängt von der Kabelqualität und den elektrischen Eigenschaften der Schnittstellen von Rechner und Drucker ab. Haben beide ein Level I Interface, so macht sich die Kabel-Länge und -Qualität weniger bemerkbar.

Und was ist mit den versprochenen Geschwindigkeiten von 1-2  Megabyte/Sekunde?

Nunja - die waren für ECP und EPP gedacht. EPP gibt es nicht mehr und ECP wird heute (soweit wir es wissen) nur noch bei Hochleistungsdruckern eingesetzt.

Was ist der Unterschied zwischen LEUNIG Kabeln vom Typ WC IBD und den IEEE1284 Kabeln?

  1. Die IEEE 1284 geht bei der Definition des Kabels von dem Idealfall aus, dass auch Rechner und Drucker elektrisch der Norm entsprechen ( Level II), d.h. entsprechende Treiberbausteine enthalten (u.a. 62 Ohm Ausgangsimpedanz und symmetrische Signalflanken). Weil dies jedoch nicht zwingend im Standard vorgeschrieben wurde, enthalten aus Kostengründen nur wenige Rechner und Drucker diese Bausteine. In der Praxis hat man es meist bei einem der beiden Geräte mit nur einem Level I Interface zu tun (ganz andere Bedingungen, Impedanzen und unsymmetrischen Flanken). Hier ist unser Kabel Typ WC IBD deutlich überlegen. Ein normengerechtes Kabel würde kaum die 30 Meter Länge schaffen, die LEUNIG garantiert.
  2. Im Falle, dass Rechner und Drucker wirklich elektrisch 1284-konform sind, ist ein LEUNIG-Kabel immer noch etwas überlegen.
  3. Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt im Schirm. Die IEEE 1284 sieht einen Schirm aus Kupfergeflecht plus Folie vor. Dies ist schon eine deutliche Verbesserung gegenüber den üblichen Kabeln - aber für ein Kabel der Spitzenklasse noch nicht ausreichend. Die LEUNIG-Kabel vom Typ WC IBD bzw. WC PP DN haben darum einen doppelten Kupferschirm, der ganz anders aufgebaut ist.

Was bedeutet die Funktionsgarantie bis 30 Meter von LEUNIG?

Sie bedeutet, dass LEUNIG die Verantwortung dafür übernimmt, dass die Übertragung bis 30 Meter problemlos funktioniert. Wenn nicht, würden wir alle Hebel in Bewegung setzen um das Problem zu lösen.