KVM-FAQs - Kaskadierung

Fragen und Antworten zu KVM-Produkten, -Problemen und -Techniken

Wie funktioniert die Kaskadierung?
Fast alle Hersteller bieten heute Kaskadierungsmöglichkeiten an. Bei der Kaskadierung muss man deutlich unterscheiden zwischen

  1. Single-User Switchen und
  2. Multi-User Switchen.

1. Single-User Switch
Hier geht es darum, einem Benutzer mehr Rechner zugänglich zu machen, als das Gerät an Rechneranschlüssen verfügbar hat. Also schließt man ein zweites Gerät an einen der Rechnerports des ersten Switches (sog. Root Switch) an. Braucht man mehr Rechner, schließt man weitere Switches an weitere Ports des Root Switch (oder Base Switch) an. Die Geräte hinter dem Root Switch nennt man "Level 2" oder Slaves. Reicht auch das nicht mehr, schließt man weitere Switches an die Level 2 Switches an usw. Viele Systeme unterstützen 2-4 Kaskadierungsebenen.

Wie funktioniert das?
Je nach Bedienungs-Konzept des Herstellers erkennt der Root-Switch, dass hier ein nachgeordneter Switch gemeint ist und signalisiert dem nächsten Switch (meist über die Keyboard-Schnittstellen), welchen Rechner-Port er zu nehmen hat usw.

2. Multi-User Switch
Hier wird es problematischer, denn man will ja mit mehreren Benutzern gleichzeitig auf dem nachgeschalteten KVM-Switch arbeiten. Also legt man zwischen den Switchen mehrere Verbindungskabel - so viele, wie man an gleichzeitigen Zugriffen auf die nachgeschalteten Rechner (oder auch weitere Switche) zulassen will. Diese Verbindungsleitungen werden vom Switch selbsttätig verwaltet. Ist die erste Leitung besetzt, nimmt er die nächste usw. Findet er keine freie Leitung, so signalisiert er das dem Benutzer. Dieser muss dann so lange warten, bis eine Leitung frei wird. Auch das Freischalten funktioniert meist automatisch durch den Switch.

Wie bedient man so etwas?
Nun, bei einer Kaskadierung und ab 16 Rechnern insgesamt, wird die Bedienung per Hotkey doch recht unkomfortabel. Die beste Lösung ist hier ein OSD-Menü. Da kann man den Rechner mit einem Namen versehen und über diesen Namen anwählen. OSD hat noch viele andere Vorteile: Man erhält Meldungen in Klartext, z.B. "Rechner gerade besetzt". Es wird angezeigt, auf welchem Rechner man gerade ist - sehr wichtig! Noch ein Grund für OSD: Größere Systeme müssen doch recht aufwendig konfiguriert werden (Passwort usw.). Das ist ohne OSD sehr mühsam und fehlerträchtig.