KVM-FAQs - Kompatibilität

Fragen und Antworten zu KVM-Produkten, -Problemen und -Techniken

Braucht man für einen KVM-Switch besondere Software?
Nein. Es gibt jedoch größere Systeme, wo eine Zusatzsoftware zur Konfiguration und Administration mitgeliefert wird.

Woran liegen die Kompatibilitäts-Probleme einiger Switches?
Die Anforderungen an professionelle KVM-Switches sind größer als man auf Anhieb vermuten würde. Moderne Betriebssysteme (oder Treiber) fragen Maus- und Tastaturtyp (teilweise auch den Monitor) beim Booten - aber teilweise auch ständig ab. Ein moderner KVM-Switch muss also a) auf der Benutzerseite bestimmte Maus- und Tastatur-Typen erkennen und sich b) auf der Serverseite entsprechend verhalten - sog. Maus-Emulation. Mehr noch, er muss es auch dann tun, wenn der Server gerade nicht mit einem Benutzer verbunden ist!

Wenn dem Server im Betrieb plötzlich das Maus-Signal fehlt, kann er u.U. den Dienst verweigern. Darum gehen einige große KVM-Switche noch weiter. Es wäre in kritischen Anwendungen fatal, wenn der KVM-Switch eine Fehlfunktion hat oder ihm der Strom ausfällt und deshalb die Sever nicht weiterlaufen. Darum verpasst man bei professionellen KVM-Geäten jedem Server einen eigenen autonomen Prozessor für die Maus-Emulation, der über die Tastatur- und Mausschnittstelle vom Server mit Strom versorgt wird.

Ein weiterer Punkt ist der DDC-Channel (Erläuterung weiter unten). Ebenso der Länder-Code bei SUN Tastaturen.

Ist ein KVM-Switch abhängig vom Betriebssystem?
Eher ja. Jedes Betriebssystem hat eigene Methoden, die angeschlossenen Geräte abzufragen. Ein guter KVM-Switch von heute emuliert die Maus und das Keyboard durch die Intelligenz seines internen Prozessors. Mitunter erkennt er sogar das Betriebssystem, welches ihn gerade abfragt.

Können KVM-Switche auf zukünftige Betriebssystemanforderungen angepasst werden?
Hochwertige Produkte haben heute die Möglichkeit, ein Flash-Upgrade zu machen.

Ist ein KVM-Switch abhängig von der Plattform?
Ja. PC, MAC und SUN sind hier sehr unterschiedlich. Das betrifft seltener das Monitor-Signal, aber Keyboard und Maus. Es gibt hier unterschiedliche Switche oder sogenannte Multiplattform-Switche, die sich an die Plattform anpassen lassen. Meist muss man aber zusätzliche Kabel-Adaptionen durchführen.

Wozu braucht man den DDC-Channel?
Der DDC Channel wird in letzter Zeit (Stand Ende 2007) immer wichtiger. Über den DDC-Channel (Display Data Channel) kommunizieren PC und Monitor miteinander - z.B. für Plug&Play. Bislang reichte es bei vielen Anwendungen aus, den Monitor-Typ manuell zu installieren und z.B. die Auflösung manuell zu wählen. Bei einigen neueren Konfigurationen ist jedoch ein funktionierender DDC-Channel unumgänglich - sonst kann man beispielsweise eine ungewöhnliche Monitorauflösung nicht einstellen - auch dann, wenn der Monitor sie beherrscht. Darum unterstützen mehr und mehr KVM-Switches und KVM-Extender den DDC-Channel.

Kann man KVM-Produkte verschiedener Hersteller mischen?
Theoretisch ja, in der Praxis kann es jedoch Probleme geben und man sollte das zumindest ausprobieren. Das liegt z.B. daran, dass bestimmte Hotkey-Kombinationen vom vorgeschalteten Gerät selbst benötigt - und damit nicht weitergegeben werden. Hier kann man sich durch Umkonfigurieren des betr. Hotkeys meist helfen. Als weiteres Beispiel gibt es auch Geräte, die sich bei der Tastatureingabe darauf verlassen, dass diese sie langsam, mit "menschlicher" Geschwindigkeit erfolgt. Andere Geräte geben Tasten-Sequenzen mit hoher Geschwindigkeit aus. Schaltet man solche Geräte hintereinender, gehen eventuell Tasteneingaben verloren.