KVM-Extender über CATx und Fiber - allgemeine FAQs

Fragen und Antworten zu KVM-Extendern, deren Probleme und Techniken

Allgemeines

KVM-Extender setzt man dort ein, wo ein Bildschirmarbeitsplatz (Terminal, Konsole) entfernt vom Rechner eingesetzt werden soll und Verlängerungskabel (max. 15-20 Meter) nicht reichen. Die Gründe für das Absetzen des Arbeitsplatzes können vielfältig sein:

  • Lärm, Wärmeentwicklung und Platzbedarf der Rechner.
  • Sicherheitsaspekte: Die Rechner stehen in einem gesicherten Raum im "Back Office", während die Bedienplätze im "Front Office" stehen - z.B. im Schalterraum einer Bank.
  • In Serverräumen ist Platz kostbar. Und es lässt sich hier nicht gut arbeiten (Klimaanlage, Geräuschpegel). Komfortabler ist die Bedienung vom eigenen Büro aus. Ausserdem reicht ein Administrator bei großen Serverfarmen oft nicht aus.
  • Viele Anwendungen werden heute dezentral - aus der Ferne - administriert, z.B. von einem IT-Dienstleister oder auch vom Administrator von Unterwegs oder zu Hause.

Mit Ausnahme der IP Extender bestehen alle KVM-Extender aus einem Pärchen von zwei Boxen. Die eine Box befindet sich am Rechner ("Local Station" oder "Transmitter" genannt), die andere Box ist an der Benutzerkonsole angeschlossen ("Remote Station" oder "Receiver" genannt). Zwischen den beiden Boxen findet die gegenseitige Übertragung mittels CAT5- oder CAT6-Kabel bzw. Lichtleiter statt. Die beiden Boxen werden mit dem zugehörigen Equipment (Rechner, Tastatur, Maus etc.) meist über klassische KVM-Kabel verbunden.

Welche Arbeitsplatzfunktionen werden verlängert?

Die klassischen KVM-Extender unterstützen Bildschirm, Tastatur und Maus. Dann kamen Audio (Stereo) und eine serielle Schnittstelle hinzu. Letztere wird z.B. bei "Touch Screen" Bildschirmen gebraucht. Für moderne Arbeitsplätze reicht das oft nicht mehr aus. Man will auch Drucker, Scanner, CD-Laufwerke, Memory Sticks etc. am Arbeitsplatz haben. Dafür eignet sich besonders die USB-Schnittstelle.

Entfernungen und Verlängerungs-Medien

  • Die sog. CAT5-Extender benutzen die üblichen Netzwerkkabel (CAT5 - CAT7). Damit lassen sich - je nach Hersteller und Modell - 50 bis 300 Meter überbrücken. Sie haben keine Ethernetschnittstelle und verwenden proprietäre Protokolle.
  • Mit Extendern auf Basis von Glasfasern erzielt man Entfernungen bis zu 10 Kilometern. Auch hier werden proprietäre Protokolle verwendet.
  • Die neuesten Varianten sind Extender auf Basis von IP-Netzen (sog. IP-Extender) und verwenden die hier üblichen Protokolle. Damit sind sie in der Entfernung völlig unbeschränkt und nur von der Reichweite des jeweiligen Netzes abhängig. Man kann sich in einige Modelle auch per Modem einwählen. Diese IP-Extender werden gesondert behandelt.

Alle drei Varianten haben sehr unterschiedliche Vor- und Nachteile. Deswegen werden sie oft auch gemischt eingesetzt. Die beiden ersten Varianten brauchen je eine Hardware-Box auf beiden Seiten der Verlängerungsstrecke und keinerlei Software. Bei "IP-Extendern" ist auf der Benutzerseite meist nur ein PC und eine Software (oder zumindest Java) erforderlich.