KVM-Extender über CATx und Fiber - allgemeine FAQs

Fragen und Antworten zu KVM-Extendern, deren Probleme und Techniken

Gemeinsame Features von CAT5- und Fiber-Extendern

Video-Übertragung

Fast alle KVM-Extender haben analoge VGA-Monitoranschlüsse und übertragen die Video-Signale (RGB) ebenfalls analog. Die maximale Bildschirmauflösung bei analoger Übertragung ist von der verwendeten Technologie des Herstellers und (besonders bei CAT5-Extendern) von der Kabellänge abhängig. Nicht zuletzt spielt hier auch das subjektive Empfinden der Bildqualität durch den Benutzer eine Rolle.

Neuerdings gibt es Extender, die auch digitale DVI-Anschlüsse haben und/oder das Videosignal ebenfalls digital übertragen (z.B. von der Firma IHSE). Dies ist eine recht aufwändige Technik. Bei digitaler Übertragung muss die Bildqualität nicht zwangsläufig besser sein als bei analogen Extendern mit kurzen Kabelstrecken. Der Vorteil bei digtaler Übertragung liegt u.A. darin, dass sie innerhalb der spezifizierten Grenzen unabhängig von der Kabellänge ist.

Übertragung von Maus und Tastatur

Fast alle KVM-Extender haben (noch?) PS/2-Anschlüsse für Maus und Tastatur. USB-Tastaturen und -Mäuse lassen sich jedoch problemlos über Adapter anschließen.

Die korrekte Emulation von unterschiedlichsten Maus- und Tastatur-Typen der Bedienerseite auf der Rechnerseite ist keineswegs eine triviale Aufgabe und hier gibt es große Unterschiede zwischen den Herstellern. Wenn KVM-Extender durch Billigprodukte aus Fernost in Verruf gekommen sein sollten, liegt die Ursache vermutlich hier.

Audio-Übertragung

Die meisten Extender mit Audio-Undterstützung übertragen Audio in Stereo und auch in beiden Richtungen (Lautsprecher und Mikrofon). Höherwertige Extender unterstützen am Mikrofoneingang die sog. Phantomspeisung (für Kondensatormikrofone) und eine anpassbare Verstärkung des Mikrofonsignals.

Die Übertragung erfolgt analog oder digital. Die analoge Übertragung ist - besonders bei größeren Kabellängen - in der Bandbreite begrenzt und weist oft Störgeräusche auf. Neuere oder höherwertige Extender verwenden digitale Audio-Übertragung. Sie erreicht -unabhängig von der Kabellänge - fast CD-Qualität und zeigt fast keine Störgeräusche.

Serielle Übertragung (V.24/RS232)

Wohl alle Extender mit serieller Übertragung "spiegeln" den physikalischen Zustand der V.24 Signale (bidirektional) auf der Gegenseite des Extenders. Sie sind also transparent für das verwendete Protokoll oder die Baudrate - man muss hier nichts einstellen. Unterschiede gibt es bei der maximalen Verzögerung und damit der maximalen Baudrate.

USB Extension

Solche Geräte sind noch relativ neu. Es gibt sie für Distanzen zwischen 50 Meter und demnächst 300 Meter (CAT5-Kabel). Hier wird nicht nur Maus und Tastatur über USB angeschlosse, sondern die USB-Schnittstelle des PCs (transparent) verlängert. So kann der Bediener an der "Remote Station" neben Bildschirm, Maus und Tastatur noch verschiedene Peripheriegeäte (Drucker, USB-Sticks etc.) anschließen. Meist haben sie auf Seite der "Remote Station" noch einen USB-Hub. Diese Geräte sind meist USB2.0-kompatibel, unterstützen jedoch nur die maximale Geschwindigkeit der USB1.1. Die volle Geschwindigkeit der USB2.0 über größere Längen ist technisch heute noch sehr aufwendig.

Extenderr Multi Head / Multiple Video

Oft hat heute ein Arbeitsplatz nicht nur einen, sondern zwei oder mehr Bildschirme. Theoretisch kann man diese Bildschirme mit mehreren KVM-Extender-Strecken verlängern. Um den erhöhten Aufwand und Platzbedarf für die nicht benötigten Maus- und Tastatur-Anschlüsse zu sparen, gibt es KVM-Extender mit zwei bis zu vier Bildschirmen. Für jeden zusätzlichen Bildschirm wird dabei ein zusätzliches Kabel (CAT5 oder LWL) benötigt.

DDC-Emulation

Der DDC-Channel erlaubt die automatische Erkennung des angeschlossenen Monitors durch den PC. Weil nur wenige Applikationen dies zwingend erfordern, findet man DDC-Emulation nur bei höherwertigen Extendern.

Lokaler Konsolenanschluss

Um den PC oder Server nicht nur aus der Entfernung, sondern wahlweise auch durch eine danebenstehende Benutzerkonsole bedienen zu können, bieten manche Hersteller dafür einen zusätzlichen Anschluss. Eine Umschaltung wäre technisch nicht nötig. Meist will man aber die versehentliche Doppelbedienung von Maus und Tastur verhindern. Dazu gibt es eine automatische Umschaltung (wer zuerst kommt - gewinnt) mit einstellbarem Timeout. Bei manchen Geräten kann man sogar verhindern, dass der andere Benutzer den Bildschirm sehen kann.

Entfernter PC-Anschluss

Der entfernte Benutzer hat evtl. noch einen PC daneben stehen. Damit er dafür nicht noch einen Satz von Monitor, Tastatur und Maus braucht, bieten manche Hersteller einen zusätzlichen PC-Anschluss an der Remote Station. Die Umschaltung zwischen den entfernten und lokalen PCs erfolgt meist per Hotkey.

Security

Weil die klassischen Extender (außer IP Extender) "Off-Band" und über eigens dafür verlegte Kabel oder Glasfasern arbeiten, sind die Sicherheitsrisiken relativ gering.
Trotzdem gibt es Extender, die an der Benutzerstation eine (konfigurierbare) Anmeldeprozedur mit Passwort und Timeout bieten.

Stromversorgung

Der rechnerseitige "Transmitter" wird meist über den Keyboard- und/oder Maus-Anschluss des angeschlossenen Rechners (oder KVM-Switches) versorgt. Der Receiver auf der Konsolen-Seite hat meist ein Steckernetzteil.