FAQ Printer-Switches

Funktionalität, Terminologie und Historie der Printer Sharer

Manuelle Switches

Die sog. "elektromechanischen Umschalter" mit Knopfbedienung gibt es solange wie die EDV. Es sind einfache elektrische Schalter mit mehr oder weniger vielen Polen. Neben dem mangelnden Komfort und dem hohen Preis der Schaltelemente (wenn sie gut sind), haben sie nur eine begrenzte Lebensdauer (Anzahl von Schaltzyklen). Ihr großer Vorteil: Sie verändern nicht das Timing und das Protokoll auf der Schnittstelle und sind darum schneller und kompatibler als jede elektronische Lösung.

Scanning Switches (sog. Scanner)

Diese Geräte waren Ende der 70er Jahre die ersten elektronischen Lösungen auf dem Markt. Sie heißen "Scanner", weil sie reihum die angeschlossenen Rechner zum Druck freigeben. Dabei wird nacheinander jeder Rechner für eine Weile auf den Drucker durchgeschaltet und es wird gewartet, ob der Rechner zu Drucken beginnt. Wenn nicht, kommt der nächste Rechner dran. Sobald ein Rechner zu drucken beginnt, werden die anderen Rechner gesperrt. Diese Methode hat den Nachteil, dass mitunter das erste Zeichen eines Druckjobs verlorengeht. Scanner haben meist nur einen Druckeranschluss, keinen Speicher und wenig Intelligenz. Mit Windows NT haben sie sehr häufig Probleme.

Auto-Switches

Auto-Switches (auch Autoswitches genannt) haben einen Speicher von mindestens einem Byte für jeden Rechnereingang. Damit umgehen sie das Problem des ersten verlorenen Zeichens bei den Scanning Switches. Im Gegensatz zu den Scannern machen Autoswitches ein eigenes Handshake mit den angeschlossenen PCs und dem Drucker. Dies bringt enorme Vorteile bei der Funktionssicherheit und ermöglicht größere Kabellängen. Gute Autoswitches benutzen ausgeklügelte Technologien zur Signalaufbereitung. Darum funktionieren sie in Extremfällen besser als eine direkte Kabel-Verbindung.
Autoswitches gibt es mit und ohne Puffer-Speicher. Der Speicher ist dabei sozusagen hinter den Switch geschaltet. Das heißt, es kann jeweils nur ein Rechner Daten in den Speicher drucken. Die anderen Rechner bleiben solange blockiert.
Autoswitches haben meist nur einen Druckeranschluss. Sie können schon recht intelligent sein.

Multiport Spooler

Diese Geräte haben immer einen relativ großen Speicher. Anders als bei den Auto-Switches mit Speicher, wird hier für jeden Rechner ein eigener Speicher bereitgestellt. Der Vorteil ist, daß alle angeschlossenen Rechner gleichzeitig in den Speicher drucken können. Besonders aufwendige Geräte verwalten den Speicher dynamisch (Dynamic Memory Allocation), einfachere Geräte geben für jeden Rechner einen festen Speicherplatz vor. Multiport Spooler haben oft mehrere Druckeranschlüsse. Die Anwahl des gewünschten Druckers erfolgt über Tasten oder ein mitgeliefertes Anwahlprogramm.
Multiport Spooler sind oft modular aufgebaut. Man kann die Anzahl der anschließbaren Rechner und Drucker selbst konfigurieren. Sie sind technisch sehr aufwendig und benötigen hohe Prozessorleistungen zur gleichzeitigen Abarbeitung aller Druckjobs mit hoher Geschwindigkeit. Sie arbeiten z.T. mit mehreren Prozessoren. Wegen des hohen Preises sind sie vom Aussterben bedroht.

Bidirektionale Switches

Diese sind technisch mit den Scannern verwandt und damit kein besonderer Fortschritt und keine echt neue Generation. Meist machen sie eine direkte analoge Verbindung zwischen Rechner und Drucker (sog. Analog-Switche). Das macht sie relativ schnell. Sie haben keinen Speicher, denn die Bidirektionalität läßt dies nicht zu. Dies und die Bidirektionalität schränken die Funktionssicherheit ein.

5. Generation

Diese Geräte sind von der Leistungsfähigkeit mit den Multiport Spoolern vergleichbar, basieren jedoch auf einer relativ schlanken Hardware-Technik. Dies wird erreicht durch eine sehr enge Einbindung in den Printmanager des Betriebssystems (zumeist Windows). In Zusammenarbeit mit diesem wird das Dokumentenmanagement (Spooling) und die Druckerwahl sehr komfortabel.

Die Geräte der ersten vier Generationen brauchen nicht unbedingt eine spezielle Software. Wenn sie mehrere Druckerausgänge haben, gibt es separate Programme, um den Drucker anzuwählen. Die sind jedoch oft nicht sehr komfortabel. Man muß beim Druckerwechsel zweimal den Zieldrucker angeben, einmal im Printmanager (um den Druckertyp anzugeben) und nochmals in einem separaten Programm (um den Datenstrom umzulenken).
Printer Sharer der 5. Generation erledigen dies automatisch in Zusammenarbeit mit dem Printmanager. Für die Benutzer entsteht so der Eindruck, als hätte jeder von ihnen mehrere Drucker für sich allein zur Verfügung.